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Synchronous Technology – eine kurze Erläuterung der Technology

Oct 08, 2009 - 05:58 AM

Nachfolgendes Diagramm soll dabei helfen, Synchronous einzuordnen. Zunächst haben wir auf der linken Seite die historienbasierten parametrischen Systeme a lá Solid Edge V20 oder ST Traditionell, Works, Inventor, etc. und auf der rechten Seite die Vertreter der historienfreien expliziten Modelliersysteme (auch Direct Modeling Systeme) wie OneSpace Designer oder Spaceclaim.



Typische Merkmale beider Systemtypen
Historienbasierte parametrische Systeme:

Vorteile:

  • Bemaßungsgesteuert:
    In Solid Edge haben Sie gute Möglichkeiten, eine Konstruktion über Maße zu steuern, sei es über bemaßte Skizzen im Einzelteil oder in der Baugruppe. Da das Ganze hierarchisch aufgebaut ist, können Sie so „Top-Down“ Ihre Konstruktion in eine Richtung steuern.
  • Hoch automatisiert:
    Diese Steuerungsmöglichkeiten bieten die Vorraussetzung für eine hohe Automatisierung Ihrer Konstruktionen. Viele Kunden steuern ganze Maschinen und Anlagen über externe Berechnungsprogramme, Excel-Tabellen oder die Variablentabelle. Wenn man Baukastensysteme hat, lassen diese sich mit den Möglichkeiten der historienbasierten, parametrischen Konstruktion unter anderem auch mit Werkzeugen wie Teilefamilien oder Baugruppenfamilien sehr gut abbilden.
  • Featurebasiert
    Die Konstruktion von Solid Edge ist feature-basiert und bietet damit die Möglichkeit, direkt auf die Parameter eines Formelementes zuzugreifen und dieses gezielt zu modifizieren.

Nachteile

  • erfordern eine Vorrausplanung des Modells:
    Wie soll es am besten aufgebaut werden? Wie verhalten sich Skizzen? Sind sie voll bestimmt? Was passiert bei einer Änderung? Ist die Konstruktion änderungsstabil usw.?
  • sind unflexibel bei nicht geplanten Änderungen:
    Der Änderungsdienst ist die halbe Miete bei einer Konstruktion und am besten werden die möglichen Änderungen schon mit einkonstruiert – soweit die Theorie. In der Praxis gibt es immer wieder Änderungen, die dann möglichst kurz vor der Terminabgabe anstehen, aus den unterschiedlichsten Gründen (Fertigung, Kundenwunsch, Montageprobleme), und die dann größere Probleme nach sich ziehen können. Im optimalen Falle haben Sie diese Konstruktion selbst erstellt – dann wissen Sie, wie die Abhängigkeiten definiert wurden. Vielleicht müssen Sie aber auch die Konstruktion eines Kollegen ändern – dann funktioniert es manchmal nicht ohne Rückfragen oder wenn dieser nicht im Haus ist ohne Studium dessen, was er vorher konstruiert hat. Die Steigerung davon – die Konstruktion wurde außer Haus gegeben und Sie müssen sie anpassen.
  • schlechte Performance bei Teilen mit vielen Features:
    Je größer und komplexer dabei die Konstruktion ist (z.B. Bauteile mit hunderten von Formelementen), desto eher die Wahrscheinlichkeit, dass bei Änderungen irgendwo im Featurebaum Probleme auftreten, Formelemente fehlschlagen und die Konstruktion nur mit viel Aufwand korrigiert werden kann.
    Ein weiterer Punkt ist die Performance. In historienbasierten Systemen wird bei jeder Änderung immer das Modell durchgerechnet – das kann bei großen, komplexen Modellen sehr zeitaufwendig sein.

Historienfreie explizite Modelliersystemen
Vorteile:

  • Flexibles Ändern:
    Das ist einer der Hauptvorteile, die diese Systeme aufweisen. Durch direktes Editieren (Zupfen an Flächen) eines Modells ist man sehr flexibel.
  • Schnelles Ändern bei Teilen mit vielen „Features“:
    Da es keine Historie zu berücksichtigen gibt, spielt hier die Erstellungsreihenfolge eines Modells überhaupt keine Rolle. Egal wo man am Modell editiert, die Perfomance ist immer die gleiche – es wird kein Modell durchgerechnet.
  • Einfache, direkte Interaktion
    Für den Konstrukteur sehr angenehm – er sieht unmittelbar nach der gemachten Änderung das Ergebnis. Das geht bei normalen Modellen dynamisch - man verschiebt eine Fläche am Modell und erhält sofort den geänderten Zustand am Bildschirm dynamisch dargestellt. Kein Wunder, dass einer der Hauptanwendungsbereiche dieser Systeme im Bereich der Konsumgüter liegt, wo es auf schnelle, flexible Änderungen ankommt.

Nachteile

  • Ohne Feature:
    da es hier keine wirklichen Features gibt, kann man auch nicht direkt auf entsprechende Parameter zugreifen um diese zu ändern.
  • Schwaches Ändern über Steuermaße:
    diese Systeme haben kaum Möglichkeiten, über Maße die Geometrie zu steuern, ein erheblicher Nachteil gegenüber historienbasierten parametrischen Systemen.
  • Geringe Automatisierung der Konstruktion:
    Es gibt wenig Möglichkeiten, Konstruktionen und Abläufe zu automatisieren, da es hier keine Parametrik gibt. Auch Baukastensysteme sind hier nur schlecht bis gar nicht zu realisieren.

Soweit die wichtigsten Unterschiede dieser beiden Systemtypen.

Synchronous Technology

Was ist nun Synchronous Technology – eine Synthese/Vereinigung beider Möglichkeiten – wir sagen, das Beste aus beiden Welten. Synchronous ist ein parametrisches System! Synchronous ist ein Direct Modeling System! Synchronous ist kein historienbasiertes System!

Synchronous ist eine Übermenge beider Systemarchitekturen. Systembedingt gibt es keinerlei Einschränkungen, nicht alles das zu können, was in beiden Systemen enthalten ist. Es ist in erster Linie eine Priorisierung dessen, was wir in jedes neue Release davon umsetzen.

Die Werkzeuge, die hier eine tragende Rolle spielen sind die sogenannten:

  • Live Rules
  • Das Steuerrad
  • Procedural Features (Prozessspezifische Formelemente)
  • 3D PMI Bemaßung (steuernde 3D Bemaßung)
  • Synchronous Solve
  • Und vieles mehr

Ein ganz wesentlicher Punkt und Alleinstellungsmerkmal der Synchronous Technology ist die bidirektionale Assoziativität.

Die einzelnen Bausteine von Synchronous werden wir in weiteren Blogs erläutern.

Ebenso die bidirektionalen Änderungsmöglichkeiten.

Ein weiteres Blog-Thema wird die Nutzung der traditionellen ST-Umgebung sowie der Mischbetrieb von Traditioneller- und Synchronous-Umgebung sein.

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